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ChatGPT antwortet auf eine Frage. Dein Schüler kopiert die Antwort eins zu eins. Oder eine KI generiert ein Bild für eine Präsentation – aber es enthält unterbewusste Bias. Oder dein Kind glaubt, dass KI-generierte „Informationen“ absolute Wahrheit sind.
Diese Szenarien werden immer alltäglicher. KI Medienkompetenz ist nicht mehr optional – sie ist essentiell. Nicht nur für Schüler:innen und Kinder, sondern vor allem für dich als Pädagoge, die diese Fähigkeiten vermitteln musst.
Die Ironie ist klein: Je mehr KI Medienkompetenz Schulen und Kitas fördern, desto mehr müssen Pädagogen selbst ein tiefes Verständnis für kritisches Denken mit KI entwickeln. Du kannst nicht etwas lehren, das du selbst nicht verstehst.
In diesem umfassenden Leitfaden erfährst du, wie du KI Medienkompetenz aufbaust, wie du kritisches Denken in einer KI-dominierten Welt förderst und wie du als Pädagoge selbst zum Vorbild wirst – für verantwortungsvolle, reflektierte KI-Nutzung.
1. Die Krise: Warum KI Medienkompetenz so wichtig ist
Wissenschaftliche Befunde sind alarmierend
Eine aktuelle Studie der Swiss Business School zeigt: Je häufiger Menschen KI-Tools nutzen, desto schlechter wird ihr kritisches Denkvermögen. Besonders Jugendliche zwischen 17 und 25 Jahren, die regelmäßig KI-Tools nutzen, schneiden signifikant schlechter ab beim kritischen Denken als ältere Nutzer.
Das Phänomen heißt „kognitive Entlastung“: Wenn wir Denkaufgaben an KI delegieren, verlernen wir, selbst zu denken.
Ein 25-Jähriger sagte dazu: „Ich verlasse mich so sehr auf KI, dass ich nicht wüsste, wie ich bestimmte Probleme ohne sie lösen sollte.“
Das ist ein Zeichen: KI Medienkompetenz ist nicht nur ein Schulfach – es ist eine Überlebensfähigkeit.
Die Schulbarometer 2025 zeigt: Lehrkräfte wünschen sich Unterstützung
- 52 % der Lehrkräfte wünschen sich explizite Fortbildung zur Förderung kritischen Denkens mit KI
- 60+ % befürchten negative Auswirkungen auf das kritische Denken ihrer Schüler:innen
- 58 % nutzen KI bereits bei der Erstellung von Aufgaben – aber nur 6 % zur Bewertung (das ist gut – Vorsicht!)
Die Botschaft ist klar: Pädagog:innen erkennen das Problem, wissen aber nicht, wie sie damit umgehen sollen.
Der AI Act verlangt nun „AI Literacy“ (KI Medienkompetenz)
Seit 2024 schreibt der EU AI Act vor: Wer KI-Systeme einsetzt (und das tun inzwischen viele Schulen), muss sicherstellen, dass ihre Mitarbeitenden genug Wissen und Fähigkeiten im Umgang mit KI haben. Das nennt sich „AI Literacy“ oder im deutschen Kontext: KI Medienkompetenz.
Das ist nicht optional mehr – das ist legal verpflichtend.
Wenn du systematisch KI Medienkompetenz aufbauen möchtest – nicht nur technisch, sondern auch mit kritischem Denken, Ethik und praktischen Szenarien – empfehle ich: KI-Kompetenz für Bildungsprofis
2. Was ist KI Medienkompetenz?
KI Medienkompetenz ist die Fähigkeit, KI-Systeme zu verstehen, kritisch zu hinterfragen und verantwortungsvoll zu nutzen – sowohl als Anwender:in als auch bei der Vermittlung an andere.
Sie besteht aus mehreren Komponenten:
Komponente 1: Technisches Verständnis
Nicht: Du musst Programmieren können
Sondern: Du verstehst die grundlegenden Konzepte – wie funktioniert KI? Was sind Muster? Was sind Algorithmen? Wie wird KI trainiert?
Mit diesem Verständnis kannst du dann sagen: „Diese KI wurde mit englischsprachigen Texten trainiert – deshalb funktioniert sie für mich schlechter, wenn ich auf Deutsch schreibe.“
Komponente 2: Kritische Evaluation
Du kannst KI-Outputs bewerten:
- Ist das wahr oder könnte es ein Fehler sein?
- Woher weiß die KI das?
- Gibt es Bias in dieser Antwort?
- Wer hat diese KI programmiert – und was sind ihre Interessen?
Komponente 3: Ethisches Verständnis
Du verstehst die ethischen Implikationen:
- Was sind Datenschutzrisiken?
- Kann diese KI Diskriminierung verursachen?
- Wer trägt Verantwortung für KI-Fehler?
- Wie beeinflussen KI-Entscheidungen Menschen?
Komponente 4: Praktische Nutzungskompetenz
Du kannst KI sinnvoll nutzen:
- Wie formuliere ich gute Prompts?
- Wie nutze ich KI als Werkzeug, nicht als Entscheider?
- Wie überprüfe ich KI-Outputs?
- Wann ist KI-Nutzung unangebracht?
3. Die 4 Säulen des kritischen Denkens im KI-Zeitalter
Um KI Medienkompetenz zu entwickeln, brauchst du die 4 Säulen des kritischen Denkens:
Säule 1: Information bewerten
Frage stellen wie:
- Wo kommt diese Information her?
- Ist die Quelle verlässlich?
- Könnte hier Bias vorliegen?
- Gibt es andere Perspektiven?
Im KI-Kontext:
- KI-generierte Informationen brauchen Fact-Checking
- „KI sagt, das ist die Antwort“ ist keine Begründung
- Mehrere KI-Tools fragen liefert oft unterschiedliche Antworten – das ist normal und wichtig
Säule 2: Annahmen hinterfragen
KI macht immer Annahmen:
- Sie berbasiert auf Trainingsdaten (die voreingenommen sein können)
- Sie erklärt nicht, warum sie zu einer Antwort kam
- Sie kennt ihre Grenzen nicht selbst
Deine Aufgabe:
- Was könnte die KI falsch verstanden haben?
- Gibt es kontextuelle Informationen, die die KI nicht berücksichtigt hat?
- Wie könnte diese Antwort manipulativ sein?
Säule 3: Alternative Perspektiven erkunden
KI wird oft mit einer dominanten Perspektive trainiert (z.B. westliche, männliche, akademische Sichtweisen).
Deine Aufgabe als Pädagoge:
- Bring alternative Perspektiven in die Diskussion
- Frag die KI aus verschiedenen Blickwinkeln
- Zeige: „Hier sagt KI das, aber Menschen mit dieser Erfahrung würden anders sagen“
Säule 4: Reflexion & Handlung
Echtes kritisches Denken endet nicht mit Analyse – es führt zu Handlung.
- Habe ich das richtig verstanden?
- Kann ich das überprüfen?
- Was bedeutet das für meine Entscheidung?
- Welche Verantwortung trage ich, wenn ich dieser KI-Aussage folge?
4. Wie Bias in KI funktioniert – und warum es dich betrifft
Bias in KI ist das zentrale Problem der KI Medienkompetenz.
Was ist Bias?
Bias = Voreingenommenheit. KI-Systeme sind nicht neutral, auch wenn sie wie Maschinen wirken.
Warum? Weil sie mit Daten trainiert wurden – und Daten wurden von Menschen gesammelt und labelt, die ihre eigenen Vorurteile haben.
Beispiel 1: Gender Bias
Eine KI für Berufsorientierung wird trainiert mit historischen Daten. Historisch wurden Männer eher in technische Berufe, Frauen in soziale Berufe gelenkt.
Ergebnis: Die KI reproduziert diese Muster heute noch – und empfiehlt Mädchen eher Kindergärtnerin als Informatikerin.
Gefährlich? Extrem. Besonders für Kinder, die KI als „neutral“ wahrnehmen.
Beispiel 2: Ethnischer Bias
Eine Gesichtserkennungs-KI (z.B. für Anwesenheitskontrolle) funktioniert bei weißen Gesichtern mit 99 % Genauigkeit – aber bei dunkelhäutigen Gesichtern nur mit 65 %.
Warum? Weil sie hauptsächlich mit weißen Gesichtern trainiert wurde.
Beispiel 3: Sozioökonomischer Bias
Eine KI bewertet Schülertexte. Sie wurde trainiert mit akademischen Texten von privilegierten Schulen.
Ergebnis: Ein Schüler aus einer sozial benachteiligten Familie schreibt einen Aufsatz in seiner Sprachvariante. Die KI bewertet ihn schlechter – nicht weil er schlechter ist, sondern weil er anders klingt.
Warum ist das für deine KI Medienkompetenz wichtig?
Weil du diese Muster erkennen musst, um:
- Nicht darauf reinfallen
- Deine Schüler:innen/Kinder zu warnen
- Verantwortungsvoll mit KI umzugehen
5. Die Fähigkeit zu entwickeln: Halluzinationen & Fehler erkennen
Halluzination ist das Wort der KI-Welt für: „KI antwortet etwas Falsches so selbstbewusst, dass es wahr wirkt.“
Beispiel einer Halluzination
Du fragst ChatGPT: „Wer war die erste Bundeskanzlerin Deutschlands?“
KI antwortet: „Gerhard Schröder, der erste Bundeskanzler nach der Wiedervereinigung…“
Problem: Das ist falsch. Es war Helmut Kohl. Aber die KI antwortet so sicher, dass es wahr wirkt.
Warum passiert das?
KI erkennt statistische Muster – es weiß nicht, ob etwas wahr ist. Es probiert, die wahrscheinlichste nächste Wort-Kombination zu finden.
Manchmal errät es falsch. Und es weiß es nicht mal.
Wie entwickelst du die Fähigkeit, das zu erkennen?
1. Mehrere Quellen nutzen
Frag mehrere KIs oder ergänze durch Internetsuche.
2. Dein Vorwissen nutzen
Kennst du das Thema? Was weißt du schon?
3. Spezifische Fragen stellen
„Auf welcher Seite eines wissenschaftlichen Papiers hast du das gelesen?“
KI: „Ich habe keinen Zugang zu spezifischen Seiten…“
→ Das ist honest, aber auch ein Zeichen: Vertrau dem nicht zu viel.
4. Die KI testen
Gib ihr bewusst falsche Prämissen: „Angenommen Wasser kocht bei 50 Grad…“
Sagt die KI, dass das falsch ist? Oder wiederholt sie deine falsche Prämisse?
6. KI Medienkompetenz für Lehrkräfte entwickeln
Du kannst nicht etwas lehren, das du nicht verstehst. Hier ist der konkrete Plan, um deine eigene KI Medienkompetenz zu entwickeln:
Phase 1: Basis-Wissen aufbauen (1-2 Wochen)
Das musst du verstehen:
- Wie funktioniert Large Language Models (LLMs) grundlegend?
- Was sind Halluzinationen, Bias, Grenzen?
- Was ist der Unterschied zwischen verschiedenen KI-Tools?
Ressource: Schau dir „Zukunft der Bildung mit KI“ an – dort wird erklrt, wie KI die Pädagogik transformiert und wo deine Rolle als Lehrkraft bleibt.
Phase 2: Praktische Erfahrung (2-4 Wochen)
- Nutze ChatGPT oder Claude täglich
- Teste deliberat: „Was kann KI gut? Was nicht?“
- Dokumentiere Fehler und Besonderheiten
- Tausch dich mit Kolleg:innen aus
Phase 3: Kritische Evaluation (laufend)
- Überprüf regelmäßig KI-Outputs
- Lies über Bias und Ethik (siehe auch: KI-Ethik in der Pädagogik)
- Bilde dich fort zu neuen Entwicklungen
- Hinterfrag deine eigene KI-Nutzung
Phase 4: Vermittlung
Erst wenn du selbst sicher bist, vermittelst du das an andere.
7. KI Medienkompetenz in Schulen vermitteln
Wie integrierst du KI Medienkompetenz in deinen Unterricht?
Modell 1: Querschnitts-Integration
KI Medienkompetenz sollte nicht nur im Informatik-Unterricht stattfinden.
Besser: In allen Fächern:
- Deutsch: Analysiert KI-generierte Texte. Wie unterscheiden sich von echten Autoren?
- Geschichte: Recherchiert mit KI. Wie bewertet die KI unterschiedliche Perspektiven?
- Naturwissenschaften: Nutzt KI für Hypothesen, überprüft dann experimentell
- Kunst: Nutzt KI-Bildgeneratoren – Was ist kreativ? Was ist Kopie?
Der Punkt: KI ist überall. Also muss KI Medienkompetenz auch überall sein.
Modell 2: Fähigkeiten-fokussiert
Das KMK-Impulspapier nennt die 4K: Kommunikation, Kollaboration, Kreativität und Kritisches Denken.
Alle 4 sind essentiell im Umgang mit KI.
Konkrete Aktivitäten:
| Fähigkeit | Aktivität mit KI Medienkompetenz |
|---|---|
| Kritisches Denken | KI-Outputs analysieren: „Wo könnte Bias sein? Welche Perspektive fehlt?“ |
| Kommunikation | Mit KI kommunizieren via Prompts – präzise sein, Feedback geben |
| Kreativität | KI als Werkzeug nutzen – nicht ersetzen, sondern kokreativ arbeiten |
| Kollaboration | In Gruppen: Wer überprüft KI-Outputs? Wer debattiert unterschiedliche Perspektiven? |
Modell 3: Konkrete Lernziele
Schüler:innen sollten am Ende können:
✅ KI-Outputs kritisch bewerten
✅ Bias erkennen und benennen
✅ KI-Halluzinationen identifizieren
✅ Mehrere Perspektiven einnehmen
✅ Ethische Fragen stellen
✅ Verantwortungsvoll mit KI umgehen
✅ KI als Werkzeug, nicht als Orakel nutzen
8. KI Medienkompetenz in Kitas: Frühe Medienbildung
Kinderssen (3-6 Jahre) brauchen noch keine technischen Details von KI zu verstehen. Aber sie brauchen Grundhaltungen der KI Medienkompetenz:
Was kann ein Kind in der Kita schon lernen?
Säule 1: Fragen stellen
- „Woher weiß das?“ (auch vor einer App)
- „Ist das richtig?“ (nicht alles, was am Bildschirm passiert, ist echt)
- „Wer hat das gemacht?“ (es gibt Menschen hinter der Technologie)
Säule 2: Verschiedene Antworten versuchen
- Sprachapps gibt es in verschiedenen Sprachen
- Jede antwortet anders
- Das ist normal
Säule 3: Auch ohne Technologie denken
- KI ist ein Werkzeug, nicht das einzige Werkzeug
- Analoge Aktivitäten sind genauso wertvoll
- Kreativität entsteht nicht nur digital
Säule 4: Andere Menschen sehen
- Hinter jeder App sind Menschen, die sie gestaltet haben
- Diese Menschen haben Entscheidungen getroffen
- Nicht alles ist neutral
Praktische Aktivitäten in der Kita:
- Mit mehreren Sprachapps sprechen: Kind merkt: „Unterschiedliche Apps verstehen mich unterschiedlich“
- Fehler-Jagd: App macht Fehler – das ist okay, und normal
- Menschen dahinter: „Wer hat diese App gemacht? Was könnten sie gedacht haben?“
- Kreatives ohne Bildschirm: Basteln, Malen – Kreativität ist nicht digital
9. Best Practices: Schulen, die kritisches Denken mit KI fördern
Fallbeispiel 1: Gymnasium Baden-Württemberg – Systematische KI Medienkompetenz-Integration
Die Situation: Das Bundesland plant, KI als verbindliches Thema ins Curriculum aufzunehmen (ab Schuljahr 2025/2026 neues Fach „Informatik und Medienbildung“).
Die Schule handelt voraus:
- Querschnitts-Integration: In jedem Fach wird KI-Medienkompetenz gefördert
- Konkrete Aktivitäten:
- Deutsch: Analyse von KI-generierten Texten vs. echten
- Geschichte: Forschung mit KI – wie unterschiedlich Perspektiven?
- Mathe: KI-Rechner nutzen – Verstehen Schüler, warum KI die Antwort gibt?
- Ethik: Diskussionen über Bias, Fairness, Verantwortung
Ergebnis:
- Schüler:innen verstehen KI nicht nur technisch, sondern kritisch
- Sie können Fehler erkennen
- Sie stellen Fragen: „Wer steckt dahinter? Welcher Bias könnte hier wirken?“
- Sie nutzen KI als Werkzeug, nicht als Wahrheitsquelle
Fallbeispiel 2: Grundschule NRW – KI-Fähigkeiten im „4K-Modell“
Die Situation: Schulen NRW bekommen Unterstützung, wie sie „Prompting-Kompetenz“ und kritisches Denken gleichzeitig fördern.
Konkrete Umsetzung:
- Kommunikation: Mit KI durch gute Prompts kommunizieren
- Kritisches Denken: KI-Outputs analysieren und hinterfragen
- Kreativität: KI als Ko-Kreativpartner – nicht als Ersetzer
- Kollaboration: In Gruppen KI-Ergebnisse diskutieren
Beispiel-Aktivität:
Schüler:innen schreiben Prompts, analysieren Outputs, debattieren: „Ist das wahr? Könnte hier Bias sein? Wie würde ein anderer das sehen?“
Ergebnis: Echte KI Medienkompetenz – nicht nur Technik-Faszination, sondern kritische Reflexion.
10. Häufige Irrtümer über KI Medienkompetenz
Irrtum 1: „KI Medienkompetenz = technisches Programmier-Wissen“
Wahr: Die meisten Pädagogen brauchen keine Programmier-Skills, um KI Medienkompetenz zu lehren. Sie brauchen Verständnis für Grundkonzepte und kritisches Denken.
Irrtum 2: „Schüler:innen sind digital native – sie verstehen KI automatisch“
Wahr: Digital native bedeutet, sie können mit Technologie umgehen. Es bedeutet nicht, dass sie kritisch mit ihr umgehen können. Oft ist das Gegenteil true: Sie vertrauen KI sofort, ohne zu hinterfragen.
Irrtum 3: „KI Medienkompetenz kann man in einer Schulung lernen“
Wahr: KI Medienkompetenz braucht kontinuierliche Praxis und Reflexion. Es ist nicht ein Wissens-Set, das man haben oder nicht haben kann – es ist eine Haltung und ein Skill, der sich entwickelt.
Irrtum 4: „Die KI sagt, also muss es wahr sein“
Falsch – und genau das müssen wir kritisch hinterfragen: KI sagt vieles sehr selbstbewusst – auch wenn es falsch ist. Das zu erkennen ist KI Medienkompetenz.
Irrtum 5: „KI-Tools braucht man nicht – alles selbst recherchieren!“
Teilweise wahr: Ja, Selbstständigkeit ist wichtig. Aber KI ist da – und wird überall genutzt. Besser: Kritisch mit KI umgehen, als sie zu ignorieren.
11. FAQ: KI Medienkompetenz & kritisches Denken
F: Muss ich KI im Unterricht erlauben oder verbieten?
A: Weder noch. KI Medienkompetenz bedeutet: bewusst und kritisch damit umgehen. Nicht unkritisch nutzen, aber auch nicht ignorieren. Gestalte Regeln: Wann und wie KI verwendet werden darf, und wie man die Quelle kennzeichnet.
Tipp: Klassische Lösung bei einem Copy-Paste-Verbot:
- ✅ „Du darfst KI nutzen – aber dokumentiere es: ‚Ich habe KI-Tool X mit folgendem Prompt genutzt, und hier ist das Ergebnis.'“
- ❌ „Alles selbst schreiben“ (unrealistisch und ignoriert die Realität)
- ❌ „KI verbieten“ (unrealistisch und trainiert nicht KI Medienkompetenz)
F: Wie unterrichte ich KI Medienkompetenz, wenn ich selbst nicht sicher bin?
A: Ehrlich: Lerne gemeinsam mit deinen Schüler:innen. Du kannst sagen: „Das weiß ich nicht – lass uns es zusammen rausfinden.“ Das modelliert echte kritisches Denken:
- Gemeinsam experimentieren
- Fragen stellen
- Fehler machen, reflektieren
- Voneinander lernen
Das ist realer als so zu tun, als würdest du alles wissen.
Ressource: Nutze das KI-Kompetenz Fortbildungs-Programm, um dich systematisch weiterzubilden.
F: Können Kinder in der Kita schon KI Medienkompetenz lernen?
A: Ja – aber nicht technisch. Sie lernen die Grundhaltungen:
- Dinge kritisch hinterfragen
- Mehrere Perspektiven erkennen
- Menschen hinter der Technologie sehen
- Auch ohne Technologie zu denken
Das sind die Fundamenta für später.
F: Wie erkenne ich, ob eine KI-Antwort falsch ist?
A:
- Mehrere Quellen: Frag verschiedene KIs oder nutze Internetsuche
- Dein Wissen: Hast du Vorwissen zum Thema? Stimmt die Antwort damit überein?
- Spezifika fragen: „Auf welcher Studie basiert das? Welcher Autor hat das geschrieben?“ – KI wird ungenau
- Logik-Check: Ergibt die Antwort logisch Sinn?
- Fact-Checker nutzen: Websites wie FactCheck, Snopes, oder deutsche Äquivalente
F: Was mache ich, wenn SchülerInnen KI-Outputs einfach abschreiben?
A: Das ist ein Problem der KI Medienkompetenz, nicht der Disziplin. Strategien:
- Dokumentation fordern: „Schreib auf: Welcher Prompt? Welche KI? Warum hast du das Ergebnis vertraut?“
- Variationen fordern: „Nutz 3 verschiedene KI-Tools – bekommst du unterschiedliche Antworten?“
- Ko-Kreativität fördern: „Nutze KI, um Ideen zu generieren – aber schreib dann selbst um, veränder, kritisier“
- Überprüfung fordern: „Überprüf 3 Fakten aus der KI-Antwort – sind sie korrekt?“
Das trainiert echte KI Medienkompetenz.
12. Dein Weg zu mehr digitaler Souveränität
Schritt-für-Schritt-Plan: KI Medienkompetenz entwickeln
Woche 1-2: Basis-Wissen
- Lies diesen Artikel komplett
- Schau die „Zukunft der Bildung mit KI“ auf Lehrwert.com
- Verstehe: Wie funktioniert KI grundlegend?
- Diskutiere mit Kolleg:innen
Woche 3-4: Praktische Erfahrung
- Nutze ChatGPT oder Claude täglich
- Teste bewusst: „Was kann KI? Was nicht?“
- Beobachte: Wo könnte Bias sein? Wo Halluzinationen?
- Dokumentiere Erkenntnisse
Monat 2: Tieferes Verständnis
- Lerne über Bias in KI-Systemen
- Lies zur KI-Ethik in der Pädagogik – Das ist verwandt mit KI Medienkompetenz
- Tausch dich mit Kolleg:innen regelmäßig aus
- Entwickle deine persönliche Haltung zu KI
Monat 3+: Vermittlung
- Integriere KI Medienkompetenz in deinen Unterricht
- Modelliere kritisches Denken mit KI
- Schaffe sichere Räume, wo Schüler:innen experimentieren können
- Reflektiere regelmäßig
Die Zukunft ist heute
Die Zukunft der Bildung wird durch KI geprägt. Schulen und Kitas, die heute KI Medienkompetenz fördern, bereiten ihre Schüler:innen und Kinder auf ein Leben vor, in dem KI überall ist.
Aber nicht blind – sondern kritisch, reflektiert, verantwortungsvoll.
Und das fängt bei dir an.
Fortbildung: KI-Kompetenz systematisch aufbauen
Wenn du systematisch KI Medienkompetenz aufbauen möchtest – nicht nur technisch, sondern auch mit kritischem Denken, Ethik und praktischen Szenarien – empfehle ich:
KI-Kompetenz für Bildungsprofis – Fortbildung für Lehrkräfte & Erzieher:innen
In diesem Kurs lernst du:
- ✅ KI-Basics und wie KI funktioniert
- ✅ Kritisches Denken im Umgang mit KI trainieren
- ✅ Bias erkennen und vermeiden
- ✅ KI Medienkompetenz in deinen Unterricht integrieren
- ✅ Ethische Grundlagen für KI-Nutzung
- ✅ Praktische Szenarien & Fallstudien
- ✅ Mit anerkanntem Zertifikat
Format: 4–6 Wochen, flexibel, online
Zielgruppe: Lehrkräfte, Erzieher:innen, Schulleitungen
Fazit: Kritisches Denken ist nicht verhandelbar
KI Medienkompetenz ist nicht ein Nice-to-have. Sie ist essentiell – für dich, für deine Schüler:innen, für die Gesellschaft.
Die Ironie der modernen Bildung: Je mehr KI Denk-Arbeit abnimmt, desto wichtiger wird es, dass Menschen kritisch denken können.
Die gute Nachricht: Du kannst das lehren. Du kannst es lernen. Du kannst es modellieren.
Die Aufgabe ist klar:
- Entwickle deine eigene KI Medienkompetenz
- Modelliere kritisches Denken mit KI
- Schaffe Räume, wo Schüler:innen und Kinder sicher experimentieren können
- Hinterfrage gemeinsam
- Bleib neugierig
Das ist Pädagogik im KI-Zeitalter.
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